Internationale Klassifikation: DSM IV

299.00 (F84.0) Autistische Störung Zurück

  1. Es müssen mindestens sechs Kriterien aus (1), (2) und (3) zutreffen, wobei
    mindestens zwei Kriterien aus (1) und je ein Kriterium aus (2) und (3)
    stammen müssen:
    1. Qualitative Beeinträchtigung der sozialen Interaktion in mindestens
      zwei der folgenden Bereiche:
      1. ausgeprägte Beeinträchtigung im Gebrauch vielfältiger nonverbaler Verhaltensweisen wie beispielsweise Blickkontakt, Gesichtsausdruck, Körperhaltung und Gestik zur Steuerung sozialer Interaktionen
      2. Unfähigkeit, entwicklungsgemässe Beziehungen zu Gleichaltrigen aufzubauen
      3. Mangel, spontan Freude, Interesse oder Erfolg mit anderen zu teilen (z.B. Mangel, anderen Menschen Dinge, die für den Betroffenen von Bedeutung sind, zu zeigen, zu bringen oder darauf hinzuweisen)
      4. Mangel an sozio-emotionaler Gegenseitigkeit.

    2. Qualitative Beeinträchtigungen der Kommunikation in mindestens einem der folgenden Bereiche:
      1. Verzögertes Einsetzen oder völliges Ausbleiben der Entwicklung von gesprochener Sprache (ohne den Versuch zu machen, die Beeinträchtigung durch alternative Kommunikationsformen wie Gestik oder Mimik zu kompensieren)
      2. Bei Pesonen mit ausreichendem Sprachvermögen deutliche Beeinträchtigungen der Fähigkeit, ein Gespräch zu beginnen oder fortzuführen
      3. Stereotyper oder repetitiver Gebrauch der Sprache oder idiosynkratische Sprache
      4. Fehlen von verschiedenen entwicklungsgemässen Rollenspielen oder sozialen Imitationsspielen.
    3. Beschränkte, repetitive oder stereotype Verhaltensweisen, Interessen oder Aktivitäten in mindestens einem der folgenden Bereiche:
      1. Umfassende Beschäftigung mit einem oder mehreren stereotypen und begrenzten Interessen, wobei Inhalt und Intensität abnorm sind Auffälliges starres Festhalten an bestimmten nichtfunktionalen Gewohnheiten oder Ritualen
      2. Stereotype und repetitive motorische Manierismen (z. B. Biegen oder schnelle Bewegungen von Händen oder Fingern oder komplexe Bewegungen des ganzen Körpers)
      3. Ständige Beschäftigung mit Teilen von Objekten.
  2. Beginn vor Vollendung des dritten Lebensjahres und Verzögerungen oder abnorme Funktionsfähigkeit in mindestens einem der folgenden Bereiche:
    1. Soziale Interaktion
    2. Sprache als soziales Kommunikationsmittel
    3. Symbolisches oder Fantasiespiel.
  3. Die Störung kann nicht besser durch die Rett-Störung oder durch die desintegrative Störung im Kindesalter erklärt werden.

299.80 (F84.2) Rett-Störung

  1. Jedes der folgenden Merkmale muss zutreffen:
    1. Offensichtlich normale pränatale und perinatale Entwicklung
    2. Offensichtlich normale psychomotorische Entwicklung in der ersten fünf Lebensmonaten
    3. Normaler Kopfumfang bei der Geburt
  2. Beginn aller nachfolgenden Beeinträchtigungen nach einer Zeitspanne normaler Entwicklung:
    1. Verlangsamung des Kopfwachstums im Alter zwischen fünf und 48 Monaten
    2. Verlust von zuvor erworbenen zielgerichteten Fertigkeiten der Hände im Alter zwischen fünf und 30 Monaten mit einer nachfolgenden Entwicklung stereotyper Handbewegungen (z.B. Händeringen oder Händewaschen)
    3. Verlust der zwischenmenschlichen Kontaktaufnahme in der Anfangsphase der Störung (wobei sich soziale Interaktionen häufig später entwickeln)
    4. Auftreten von schlecht koordinierten Rumpf- oder Gangbewegungen
    5. Stark beeinträchtigte Entwicklung der expressiven und rezeptiven Sprache mit starker Retardierung im psychomotorischen Bereich.

299.80 (F84.5) Asperger-Störung

  1. Qualitative Beeinträchtigungen der sozialen Interaktion, die sich in mindestens zwei der folgenden Bereiche manifestieren:$
    1. Ausgeprägte Beeinträchtigung im Gebrauch multipler nonverbaler Verhaltensweisen wie beispielsweise Blickkontakt, Gesichtsausdruck, Körperhaltung und Gestik zur Regulation sozialer Interaktionen
    2. Unfähigkeit, entwicklungsgemässe Beziehungen zu Gleichaltrigen aufzubauen
    3. Mangel, spontan Freude, Interesse oder Erfolg mit anderen zu teilen (z.B. Mangel, anderen Menschen Dinge, die für den Betroffenen von Bedeutung sind, zu zeigen, zu bringen oder darauf hinzuweisen)
    4. Mangel an sozio-emotionaler Gegenseitigkeit
  2. Beschränkte repetitive und stereotype Verhaltensmuster, Interessen und Aktivitäten in mindestens einem der folgenden Bereiche:
    1. Umfassende Beschäftigung mit einem oder mehreren stereotypen und begrenzten Interessen, wobei Inhalt und Intensität abnorm sind
    2. Auffällig starres Festhalten an bestimmten nicht-funktionalen Gewohnheiten oder Ritualen
    3. Stereotype und repetitive motorische Manierismen (z. B. Biegen oder schnelle Bewegungen von Händen oder Fingern oder komplexe Bewegungen des ganzen Körpers)
    4. Ständige Beschäftigung mit Teilen von Objekten
  3. Die Störung verursacht in klinisch bedeutsamer Weise Beeinträchtigungen in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen.
  4. Es tritt kein klinisch bedeutsamer allgemeiner Sprachrückstand auf (es werden z.B. bis zum Alter von zwei Jahren einzelne Wörter, bis zum Alter von drei Jahren kommunikative Sätze benutzt).
  5. Es treten keine klinisch bedeutsamen Verzögerungen der kognitiven Entwicklung oder der Entwicklung von altersgemässen Selbsthilfefertigkeiten im Anpassungsverhalten (ausserhalb der sozialen Interaktionen) und bezüglich des Interesses des Kindes an der Umgebung auf.
  6. Die Kriterien für eine andere spezifische tiefgreifende Entwicklungsstörung oder für Schizophrenie sind nicht erfüllt.

Zurück